
Wirtschaftweiber und WyberNet haben gemeinsam bei der "2nd Conference for LGBT Human Rights" im Rahmen der Outgames 09 Ende Juli in Kopenhagen einen Workshop angeboten: The L-World in Business. Die ersten Ergebnisse der noch laufenden Europäischen Umfrage sind auf grosses Interesse gestossen, die Hochrechnung der lesbischen Kaufkraft ist als geradezu spektakulär einzustufen.
Insgesamt 150 Workshops wurden über drei Tage verteilt in Kopenhagen angeboten, aufgeteilt in Themenbereiche wie "Human Rights and Politics", "Education", "Health" usw. - der Workshop von Wirtschaftweiber und WyberNet war Teil von "Out for Business", was gleichzeitig auch als IGLCC-Konferenz stattfand.
Beim Workshop "The L-World in Business" teilte mit Claudia Woody, Senior Executive vom Projekt-Sponsor IBM eine sehr renommierte Rednerin ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema „The Double-Glazed Glass Ceiling“ für Lesben. Claudia hatte u.a. auch die Eröffnungsrede für die IGLCC-Konferenz gehalten, war gefragte Panel-Teilnehmerin und wurde aktuell als neues Board Member in den Vorstand der IGLCC gewählt.
Die Vorstände von Wirtschaftsweiber und WyberNet stellten danach das Projekt "The L-World in Business" und erste Ergebnisse aus der noch laufenden europäischen Umfrage ("The L-Survey") vor, wie z.B.:
Darüber hinaus wurden auch Ergebnisse aus zwei weiteren Studien zur Situation von Lesben in der Geschäftswelt aus UK und Frankreich präsentiert.
Zur Situation der Selbständigen wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit heterosexuellen Unternehmerinnen und Männern beleuchtet. Hier wurde u.a. aufgezeigt, dass grosse Ähnlichkeiten zwischen selbständige Lesben und Heteras in Bezug auf Motivation, Ausgestaltung und Wertesystem bestehen - dh. dass Frauen im allgemeinen eher kleine Unternehmen gründen, eher risikoavers und beziehungsbezogen sind und Qualität vor Quantität stellen. Gleichzeitig gibt es jedoch einen grossen Unterschied in Bezug auf die "Versorgung" - für Lesben ist das Unternehmen die Existenzsicherung und damit von grosser sozialer und ökonomischer Relevanz.
Das dritte Kernthema war die Kaufkraft von Lesben - dem sogenannten "Blue Euro": Auf Basis der Annahme, dass es rund 13 Millionen Lesben in Europa gibt, lässt sich ein "verfügbares Einkommen" in Höhe von erstaunlichen 215 Milliarden Euro hochrechnen. Nach Abzug der Ausgaben für "Basics" und "Sicherheit" verblieben damit 43 Milliarden für "Komfort" und knapp 24 Milliarden Euro für "Luxus" - eine doch überraschende und fast atemberaubende Dimension für lesbische (!) Kaufkraft. Und auch bedeutsam im Zusammenhang mit der Macht als Konsumentinnen - nach den Umfrageergebnissen
Das internationale Publikum war sehr rege interessiert und es gibt bereits Anfragen zur Präsentation bei weiteren Veranstaltungen und zur Ausweitung der Umfrage auf die restliche Welt - unterstützt von IBM.
"The L-World in Business" geht weiter - Vorschläge, Ideen und weitere Mitstreiterinnen sind herzlich willkommen!!! Bei Interesse einfach eine eMail an: vorstand@wirtschaftsweiber.de.
Die Folien gibt es hier zum Download - mehr Informationen zum Projekt auf der englischsprachigen Google-Site.