23. August 2021: Fotoprojekt zur Sichtbarkeit von lesbischen Frauen in jeder Lebensphase

23. August 2021: Fotoprojekt zur Sichtbarkeit von lesbischen Frauen in jeder Lebensphase

Berlin, 23. August 2021. Der MÜNCHENSTIFT ist es ein besonderes Anliegen, für die Münchner Senior*innen diskriminierungsfreie Räume zu schaffen, sowie die Vielfalt und Diversität der Gesellschaft widerzuspiegeln. Dieses Selbstverständnis wurde in einem Fotoprojekt in den Fokus genommen und mit Hilfe der Fotografin Bethel Fath und der Ethnologin Gertraud Rieger umgesetzt. Im Mittelpunkt standen die Fragen: Wie sehen lesbische Frauen heute die Welt? Wie schaut die Welt auf sie? Welche Lebensentwürfe sind denkbar?

Die Ergebnisse des Fotoprojekts wurden im Rahmen einer Ausstellung mit dem Titel „Mut der Generationen. Lesbisches Selbstverständnis im Wandel der Zeit“ präsentiert. Insgesamt nahmen 20 Frauen aus der Altersgruppe 17-87 Jahren teil. In Zweier-Gruppen sind die Frauen miteinander ins Gespräch gekommen und haben sich ausgetauscht.

Auch unser Wirtschaftsweib Margarete Voll (65 Jahre) aus Stuttgart war mit von der Partie und hat sich mit Gabrielle (44 Jahre, Name geändert) im Rahmen des Projektes getroffen und ihre Geschichte erzählt. Gabrielle kommt aus einem katholischen Umfeld, musste aber, da sie in Tansania mit einer Frau zusammenlebte, ihr Herkunftsland verlassen. Die Dekorateurin ist aktuell noch auf Jobsuche und freut sich, dort dann endlich auch out sein zu können.

Margarete ist ebenfalls in einem katholischen Haushalt auf dem Land aufgewachsen und hat nach dem Studium der katholischen Theologie und Germanistik an einer katholischen Fachakademie unterrichtet. Mitte 30 hat sie dann einen beruflichen Neustart gewagt und wechselte vom kirchlichen Arbeitgeber zum Versicherungskonzern Allianz. Mit diesem Schritt ging es auf der Karriereleiter für Margarete bald aufwärts, sie hat schnell Verantwortung übernommen und ist in die Führungsebene des Unternehmens aufgestiegen. Voll dazu: „Es hat mich unglaublich motiviert, bei einem der größten Versicherer der Welt wegweisende Entscheidungen zu treffen – und das als lesbische Frau. In meinen Anfangsjahren gab es auf der Chefetage nur den Prototypen Mann: verheiratet, zwei Kinder und hetero. Das war zwar manchmal anstrengend, aber Einfluss nehmen zu können, ist sehr befriedigend, und ich kann klar sagen, der Einsatz lohnt sich!“

Vor 25 Jahren hat Margarete Voll dann die Wirtschaftsweiber mitgegründet. Der Verein ist Volls Herzensprojekt: „Mein Ziel war und ist es, Frauen zu ermutigen, indem ich ihnen sage: Als sichtbar lesbische Frau erfolgreich sein, das geht! Und zwar ohne, dass du dich verstecken oder dich selbst negieren musst.“

Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich an uns unter presse@wirtschaftsweiber.de.

Veranstaltungs-Tipp: Am 26. Oktober, um 17.30 Uhr findet eine Führung durch die Ausstellung in der Hauptverwaltung der MÜNCHENSTIFT statt. Interessierte können sich gerne unter vielfalt@muenchenstift.de anmelden.