Bericht der Fachveranstaltung “Diversity. Vielfalt als Wirtschaftsfaktor”

Bericht der Fachveranstaltung “Diversity. Vielfalt als Wirtschaftsfaktor”

Am 3.9.19 versammelten sich in der Kölner Regionalagentur eine Vielzahl an Interessierten auf der Fachveranstaltung “Diversity. Vielfalt als Wirtschaftsfaktor”, organisiert von
Philipp Pohlmann, Landesvorsitzender Lesben und Schwule in der Union (LSU) NRW, und Birgit Steuer, Leiterin der Regionalagentur Region Köln. Die Wirtschaftsweiber waren als Kooperationspartnerinnen dabei.

Ein Zitat von Frau Merkel,”Vielfalt. Das ist in der Tat eine Errungenschaft, die Deutschland stark gemacht hat”, stand im Zeichen der veranstaltung. Wir können dem nur zustimmen.

Die Keynote hielt Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration mit ihrem Impulsvortrag „Vielfalt als Chance einer modernen Gesellschaft“. Mit viel Leidenschaft sprach sie über die Notwendigkeit von Vielfalt, denn: Vielfältige Teams sind erwiesenermaßen innovativer. Auch das kontroverse Thema der Einwanderung sprach sie an und ist der Meinung, dass wir “Vielfalt besser regeln und steuern [müssen]. Ohne Fachkräfte aus dem Ausland geht es nicht.”

In der anschließenden Gesprächsrunde sprachen Niek van Damme, ehemaliger Telekom-Vorstand; Dr. Sandra von Möller, Vizepräsidentin und Vorsitzende des AK Diversity bei der IHK Köln sowie Geschäftsführerin der BÄRO GmbH & Co. KG; Oliver Wittke, parlamentarischer Staatsseketär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie unsere Mitfrau Nadine Köster, Finanz-Fachfrau und Koordinatorin der interrionalen Fachgruppe der Wirtschaftsweiber eV.. Als Moderation fungierte Antje Zimmermann.

Die fünf Köpfe diskutierten lebhaft über das Thema Diversity, wobei hauptsächlich die Dimensionen Geschlecht und sexuelle Orientierung zur Sprache kamen. Dr. Sandra von Müller brachte es auf den Punkt: “Beim Thema Frauen und Wirtschaft sind wir vorsintflutlich unterwegs.” Auch wenn sie wünschte, dass es keine Frauenquote geben müsste, sprach sie sich doch dafür aus. Denn: “Die Wirtschaft hat noch Hausaufgaben zu machen, wenn man sich die Führungsriegen anschaut!”

Dies konnte Nadine Köster nur bestätigen. Souverän und wortgewandt legte sie dar, warum nicht nur mehr Frauen in der Wirtschaft vonnöten sind, sondern ebenso Frauen, die offen lesbisch leben und somit ein Zeichen und Vorbild für andere lesbische Frauen sind – diese Vorbilder fehlen massiv in der Wirtschaft. Intersektionalität, also die mehrfache Diskriminierung von Personen, komme dabei sowohl bei lesbischen Frauen zum Tragen als auch beispielsweise bei Frauen mit Migrationshintergrund.

So sahen wir zwar am Beispiel Niek van Dammes, dass es offen homosexuell lebende Menschen im Vorstand eines DAX-Unternehmens gibt, aber diese Selbstverständlichkeit eines schwulen Mannes vermissen wir in der deutschen Wirtschaft, wenn es um Frauen und gerade um lesbische Frauen geht.

Auf das Thema Kinder und Kinderbetreuung angesprochen, vertrat Nadine Köster den Standpunkt, dass dies ein Thema gleichermaßen für Männer und Frauen sei. Doch wenn wir das Thema immer als Frauenthema deklarieren, so ihr Argument, wird es immer ein Frauenthema bleiben, so ihr Plöädoyer für das Mitdenken beider Geschlechter.

Nadine Köster endete mit einem Zitat von Wirtschaftsweiber Vorständin Maria Kunz: “Es sollte eine Frage der Menschlichkeit, und nicht der Wirtschaftlichkeit sein, alle Menschen jenseits von Rollennormen mit einzubeziehen,

Es war eine spannende Veranstaltung, von der wir gerne mehr sehen und gerne auch mit diskutieren würden.