Was lesbische Frauen von ihrem Arbeitgeber erwarten

Was lesbische Frauen von ihrem Arbeitgeber erwarten

Die Bonner AGENTUR ohne NAMEN, Veranstalterin des Messe-Kongresses women&work, hat Frauen bundesweit nach ihren Anforderungen an ihre Arbeitgeber befragt. Die Umfrage wurde in Kooperation mit den Wirtschaftsweibern durchgeführt.

Über 3.000 Frauen haben an der Umfrage, die zum ersten mal 2012 durchgeführt wurde, teilgenommen – dabei wurden erstmals Aussagen von heterosexuellen und lesbischen Frauen im Vergleich erhoben.

Die Studie zeigt: Lesbische Frauen könnten mit einer Diversity-Kultur als Fach- und Führungskräfte gebunden werden. Heterosexuelle Frauen widerlegen den Mythos, Kinderbetreuung an sich sei schon Frauenförderung.

Der Mythos, dass alle Frauen gleich seien und damit auch ihre Anforderungen an Arbeitgeber, wurde deutlich widerlegt. Bei lesbischen als auch heterosexuellen Frauen steht ein diskriminierungsfreies Betriebsklima, kollegiale Zusammenarbeit und Anerkennung ranggleich auf den Plätzen eins bis drei.

Heterosexuellen Frauen ist eine Elternzeitregelung um 33 Prozentpunkte wichtiger – allerdings nur in der Lebensphase, in der sie eigene Kinder erziehen. Durchgehend möchten sie Weiterbildung, Aufstiegschancen und gerechte Bezahlung und widersprechen damit auch dem Mythos, allein das Mutter-Sein wäre ein Karrierehemmnis. Melanie Vogel, Inhaberin der AGENTUR ohne NAMEN, resümiert: „Arbeitgeber sollten endlich erkennen, dass ein Betriebskindergarten allein noch keine Frauenfreundlichkeit ausmacht. Frauen selbst haben längst andere Wertmaßstäbe, um zu erkennen, bei welchem Arbeitgeber sie Karrierechancen sehen.“

Lesbische Frauen hingegen legen, wenig überraschend, deutlich mehr Wert auf Regenbogen/LGBT (Lesbian, Gay, Bisexuel, Transgender)-Netzwerke und Gleichstellung von Lebenspartnerschaften und Ehe bzw. gleiche Arbeitgeberleistungen für beide Lebensformen.

Susanne Hillens, Vorstandsfrau der Wirtschaftsweiber: „Arbeitgeber unterschätzen bisher, wie sie mit einer Diversity-Kultur hinsichtlich sexueller Orientierung Top-Kräfte binden könnten.“ Diese Ergebnisse sollten Arbeitgeber nutzen, um Frauen, heterosexuelle wie lesbische, als Fachkräfte zu finden, zu binden und um weibliche Führungskräfte zu rekrutieren.

Die Studie ergibt insgesamt, dass die Anforderungen und Wünsche von Frauen sehr verschieden sind – je nach sexueller Orientierung, Lebensphase, Lebenserfahrung oder Region. Frauen wollen für ihre Arbeit angemessene Entlohnung. Sie wollen Karriere machen. Sie wollen in Führung gehen und dabei unterstützt werden. Und zu guter Letzt, sie reduzieren Familienfreundlichkeit nicht auf Kinderbetreuung.

„Unternehmen, die wertschätzend und wertschöpfend mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgehen und auf ein diskriminierungsfreies Betriebsklima sowie eine kollegiale Zusammenarbeit und eine entsprechende Führungskultur achten, gehören langfristig zu den Gewinnern“, zieht Melanie Vogel, Initiatorin der Studie, als Resümee aus der Befragung.

Die Studie von 2014 lässt sich hier herunterladen.